Menschen sind Tiere. Affen, um genauer zu sein. Ich weiß, ich weiß, das ist simplifiziert und klingt für „höfliche Menschen“ provokant. Schön!
Menschen sind also Affen. Affen, die gelernt haben mit verbaler Kacke zu werfen und subtilen emotionalen Missbrauch anstatt körperliche Gewalt zu verwenden. Unsichtbare Klingen aus Hass, Missgunst, Eifersucht oder einfach nur sadistischer Bosheit, um das fragile Ego zu masturbieren… Höflichkeit, dieser Begriff stammt vom Verhalten am Hofe ab, wird instrumentalisiert um eine soziale Rangordnung zu managen und zB. vermeintlich höherrangigen Affen die Flöhe aus dem Fell zu pulen und mit durch ebenjene Höflichkeit versteckter passiver Aggressivität vermeintlich niedrigrangigere Affen auf ihren Platz zu verweisen. Bei Hofe haben Affen also gelernt die Konkurrenz mit Gerüchten zu erdolchen und Psycho-Fallen anstatt echter zu stellen. Niedrigrangige Affen widerrum bestätigen den ihnen zugewiesenen Platz durch, ebenfalls mittels Höflichkeit, Überspielen des erlittenen emotionalen Schmerzes, durch Maskieren. Sie applaudieren dem Sadismus und helfen sogar beim Fallenstellen. Denn in solch einem System regulieren die niedrigrangigen Tiere die Emotionen der höherrangigen: Die aggressivsten und skrupellosesten Affen terrorisieren die gesamte Gruppe, die dann damit beschäftigt ist, die Ausbrüche und Emotionen dieser Arschgeigen zu managen. Das ist das Konzept der westlichen Zivilisation, so im Groben und vereinfacht. Und seit etlichen Generationen haben wir dieses toxische System skaliert und erweitert- von der Sippe, zu Herrscherreichen und wieder zurück zu Familien und Nachbarschaften, die sich dann die selbsterfüllende Prophezeiung nachbasteln: Konditionierung als Mittel zur Manifestation der Gedanken-Konstrukte von Soziopathen. Durch Normalisierung eben solcher toxischen Verhaltensweisen geben wir das Erbe von Generation zu Generation weiter.
Aktuell erleben wir eine Vertiefung dieser Dynamiken, was wir wohl den sozialen Medien, der vermeintlichen Anonymität des Internets aber vor allem wohl den PR-Algorithmen und Maschinenlernprogrammen zu verdanken haben. (Anm.: Danke an dieser Stelle an Sigmund Freud und seinen Neffen Edward Bernays, die Menschen als „nichts weiter als Affen“ erdacht und behandelt haben und nun in Konsequenz dafür gesorgt haben, dass diese durch entsprechende Konditionierung und Highjacken des menschlichen Nervensystems genau zu solchen geworden sind… Wer soll sich schon bemühen, weniger Arschloch zu sein, wenn es doch Natur/normal ist, ein solches zu sein?) Ein System, das von einem narzisstischen Soziopathen implementiert wurde, wird dafür sorgen, dass es narzisstischen Soziopathen nutzt. Also sehen wir gerade um uns herum Cluster B Persönlichkeiten wie Pilze aus dem Boden schießen. Immer mehr Menschen werden Opfer von Mobbing und subtilen emotionalem Missbrauch oder beteiligen sich an solchem, nicht immer unbedingt freiwillig. „High Conflict“- Persönlichkeiten nutzen gerne Scham, Schuld und Angst zur Manipulation von Individuen, die sich nicht der toxischen Familien-, Arbeitsplatz- oder Nachbarschaftsdynamik unterwerfen. Und zwar gezielt und in der Öffentlichkeit, denn der psychologische Effekt entspricht in etwa dem des Pranger im Mittelalter: Die zu bestrafende Person wird in der Mitte des Marktplatzes am Pranger festgepinnt und für die Gemeinschaft zum Bewerfen mit Dreck und Abfall freigegeben. Wer sich nicht beteiligt an der „Schlammschlacht“ wird eventuell als verdächtig eingestuft und landet beim nächsten vermeintlichen Vergehen selbst am Pranger. Für das menschliche Nervensystem ist diese Form der öffentlichen Zurschaustellung übrigens eine der furchtbarsten emotionalen Foltermethoden, denn als soziale Spezies empfinden wir Affen diese bewusste und gezielte Ausgrenzung und Ablehnung der gesamten Gruppe als unmittelbare Bedrohung unserer Existenz: Ohne die Gruppe überleben zu müssen gelingt nur den Stärksten, und als Affen wissen wir das instinktiv.
In toxischen Systemen sind die emotional Schwächsten und Feigsten an der Macht, denn sie brauchen die Gruppe zum Überleben mehr als der Rest. Und jede potentielle Bedrohung wird vom System zu verstoßen versucht, denn toxische Systeme bauen auf der asymetrischen Machtverteilung auf: Angst vor echter Konkurrenz wird in einem toxischen System pathologisch und führt dazu, dass von Vornherein das Narrativ zu bestimmen versucht wird. Das Ziel ist es, die gefühlte Bedrohung zu sabotieren, aus dem System zu schmeißen, was nicht kontrolliert werden kann. Das geschieht heutzutage selbstverständlich subtil und versteckt. Passiv aggressive oder sarkastische verletzende Kommentare werden vor der Gruppe gemacht und dann als Witz deklariert. Wer sich empört wird als „zu sensibel“ bezeichnet. Es werden kleine Fallen gestellt, die das Opfer zum Gespött machen sollen. Falls dies nicht funktioniert werden härtere Geschütze aufgefahren. Es werden gezielt Gerüchte gestreut, meist in der klassichen Variante die wir schon aus Märchen kennen: Held, Opfer, Bösewicht. Ab nun ist das Opfer also nicht mehr die lächerliche Witzfigur sondern eine Gefahr für die Gruppe, die bestraft und aufgehalten werden muss. Und solange die Gruppe ein gemeinsam, vermeintlich ehrenhaftes Ziel hat, hält sie. Aber eben nur solange. Und genau das ist der Grund, wieso diese Form von „Zusammenarbeit“ nicht nachhaltig ist. Dies ist ein Zaunpfahl an Politik und Wirtschaft, mit dem ich beides manchmal gern von seinem vampirischen Dasein erlösen wollen würde..
Die letzte Stufe der Schmutzkampagne beginnt wenn alle Versuche das Opfer zu reaktivem Missbrauch zu treiben versagt haben. Damit meine ich, wenn das Opfer sich nicht provozieren lässt, der Bösewicht zu sein, den das Gerüchte-Märchen braucht um Sinn zu ergeben. Beständigkeit und Wahrheit setzen sich letztendlich immer durch – es ist die effizienteste Art von Existenz und langfristig die einzige Weise zu überleben. Ausgerichtet an der Wahrheit. Zurück zum Theme: Das Narrativ wird , sobald die Brüche und Lücken im Lügengebilde sichtbar werden, erneut gewechselt. Das Opfer ist nun ein Soziopath ohne Empathie, ein geistesgestörter Irrer.
Und nichts von all dem ist strafbar. Nichts von all dem hinterlässt sichtbare Wunden. Eine ebenso elegante wie legitime Art Zustimmung zu einem völlig destruktiven System zu fabrizieren, oder nicht? Unsichtbare Fesseln, unsichtbare Peitsche, unsichtbarer Pranger – und jederzeit „Glaubhafte Abstreitbarkeit“ (plausible deniability). Dies ist das toxische System, in dem wir leben. Und Scheinheiligkeit anstatt ehrlicher Empathie, Höflichkeit anstatt ehrlicher Freundlichkeit und (Pseudo-)Moral anstatt ehrlicher Toleranz bieten diesem System genau die schattigen Plätze, die diese dunklen Methoden benötigen, um unerkannt wirken zu können.
Die uns bevorstehende „Bottleneck“-Situation wird interessant!
