„Auf der Erde wird man Geschöpfe sich unaufhörlich bekämpfen sehen, mit sehr schweren Verlusten und zahlreichen Toten auf beiden Seiten. Ihre Arglist kennt keine Grenzen. In den riesigen Wäldern auf der Welt fällen ihre grausamen Mitglieder eine riesige Zahl an Bäumen. Sind sie erst mit Nahrung vollgestopft, wie wollen sie ihr Bedürfnis befriedigen, jedem lebenden Wesen Tod, Trübsal, Verzweiflung, Terror und Exil zuzufügen … O Erde! Worauf wartest du, um dich zu öffnen und sie in die tiefen Spalten deiner großen Abgründe und deiner Höhlen zu reißen und dem Angesicht des Himmels ein so grausames und furchtbares Monster nicht mehr zu zeigen!“
- Leonardo Da Vinci
Wie Leonardo bin ich kein Fan der Menschheit. [An dieser Stelle hören die Gemeinsamkeiten leider auch schon auf…] Egal, unter welchen Stein ich blicke, überall entdecke ich Ungerechtigkeit, Unfairness, Gier, Missgunst und zu Guter Letzt: obszöne Zurschaustellung von Dekadenz… Wie kann es nur sein, dass die Wesen da draussen, die all dieses Unrecht und all den Betrug, die Manipulation und die Lügen nicht sehen? Es kann doch nicht wirklich der Wahrheit entsprechen, dass ich hier alleine abhänge und das Monster, zu dem sich unsere Gesellschaft entwickelt hat, fassungslos beobachte? Es muss doch noch Andere geben, die das Ausmaß der Gesamtheit unserer Probleme erkennen, oder etwa nicht? Oder ist es etwa so, dass es sehr wohl diejenigen gibt, die sehen, dass wir in allen Bereichen ungerecht und unlauter uns verhalten und dieses Verhalten uns selbst gegenüber dann rechtfertigen und legitimieren, indem wir unsere eigenen, manipulierten Studien dazu anfertigen? Sind sie vielleicht erstarrt? Haben sie aufgegeben, etwas ändern zu wollen? Sind sie überfordert oder eingeschüchtert? Oder sehe ich sie einfach nur nicht um mich, weil ich an den falschen Stellen gucke?
Ich vermute, es macht es nicht leichter, dass ich direkten Personenkontakt „nicht gerade genießen“ kann und das Bedürfnis nach Validierung der Person durch eine andere Personen dahingehend gestört ist, dass ich dies als ausgesprochen unangenehm empfinde, weil es mich in eine Grube voller Giftschlangen wirft -so rein gedanklich, meine ich, aus der ich mich erst wieder tagelang freikämpfen muss… Kritik ist jederzeit einfacher zu ertragen als der überraschende Moment, in dem man die Beschämung aushalten muss, dass jemand einem wohlgesonnen oder derselben Meinung ist. Kämpfen, um sich zu wehren, ist so ehrenhaft! Man darf sich stark fühlen, wohingegen man sich geschwächt fühlt und sich irgendwie instinktiv verpissen will, wenn plötzlich jemand neben einem auftaucht, anstatt gegenüber zu stehen.
Ich bin jedoch der Meinung, dass die Personen, die erkennen können, in was für einer abartigen globalen, ökonomischen, sozialen und ökologischen Scheiße wir stecken (sorry), sich irgendwie finden und austauschen müssen. Viele Gehirne sind besser als wenige, wenn sie gemeinsam an der Lösung eines Problems arbeiten. Insbesondere dann, wenn doch klar ist, dass jeder Einzelne seine individuellen Gedankenmuster hat, mit sowohl Stärken, aber durchaus auch Schwächen und einem Fehlerpotential, welches nur von anderen überprüft und kompensiert werden kann.
Es stinkt mir gewaltig, dass es wieder nur eine Elite sein soll, die uns aus dem Schlamassel retten soll! Eine Elite von Menschen, die zB. studiert haben, weil sie aus reichen Verhältnissen stammen (in Relation zu zB. einem Mädchen aus Eritrea). Weil sie aufgrund von Hautfarbe, Religion, familiärer Herkunft, Geschlecht oder dem Zufall des Geburtslandes priviligiert sind. Politiker haben keine wirkliche Macht (Lobby, Big Corp. etc.) und politische Ämter sind angelegt, von einer bestimmten Art von Mensch besetzt zu werden, genauso wie dies für andere Berufe, zB. Polizisten, zutrifft. Es ist eher ein psychologisches Profil, das so eine Stelle – in der Regel – besetzt, kein Individuum. Das System ist so angelegt, dass dies so ist. Genau dieses System ist das Problem. Wir lösen das Problem eines nicht funktionierenden Systems nicht, wenn wir weiterhin daran festhalten. Es muss ein totales Umdenken stattfinden und wir müssen uns grundlegend ändern. Auch wenn eine gute Bildung hilfreich sein kann (wenn sie denn verstanden und nicht einfach absolviert wird, um „irgendwas“ vorzuweisen zu haben), Lösungen zu finden, darf nicht der damit verbundene Titel als Voraussetzung missverstanden werden. Ein Experte ist nicht, wer eine Sache von aussen beobachtet hat, nie jedoch selbst involviert war. Wenn die ärmste Kreatur mit der geringsten Bildung das beste Verständnis für ein Problem aufbringt, dann ist es genau diese Person, die dazu befähigt ist, an diesem Problem zu arbeiten. Immernoch sind zu viele „Experten“ der stark antiquierten Meinung, dass jemand, der selbst – zB. von Armut – betroffen ist, seine eigene Situation nicht zu verstehen in der Lage ist. Dass es die Fähigkeiten und Kapazität der betroffenen Personen übersteigt und sie niemals etwas anderes als traurige Opfer dessen sein können, was Gott oder das Schicksal an Karten ausgeteilt hat – und dass sie deswegen übergangen und für sie entschieden werden muss. Doch gerade das führt dazu, dass eine tiefe, ungerechtfertigte Kluft etabliert wird, durch die das Potential von unzähligen hellen und kreativen Köpfen, die zufälligerweise „auf der falschen Seite“ geboren wurden, ungenutzt vergeht, während auf der anderen Seite mehr und mehr gut aufgestellte Menschen immer weniger kreativ und geistreich dabei sind, ihren Lebenslauf, ihr Profilbild oder ihre Aussenwirkung aufzuhübschen, – oder durch ChatGPT, Bildbearbeitung usw. aufhübschen zu lassen – in der Hoffnung, dadurch vom Sklaven zum Sklavenmeister zu werden.
Wie kann man Personen befähigen, die in diesem System als Sklaven gefangen gehalten werden? Wie kann man all die benachteiligten Menschen erreichen, auf deren Arbeit, Entbehrungen und tägliche Qual sich all der Reichtum oder vermeintliche Reichtum stützt, den die Parasiten Nutznießer als selbstverständlich und ihnen rechtens zustehend verstehen? Wie kann man einen Funken entfachen im Inneren der Wesen, die Machtlosigkeit und Überwältigung und den Zorn und die Verzweiflung in etwas Produktives verwandeln, dass tatsächlich eine Veränderung bringt und uns als Spezies (immens) besser macht, als sie von sich glaubt und behauptet zu sein? Wollen wir wirklich all diese Ungerechtigkeiten hinnehmen und so tun, als „gehöre es einfach dazu“ um ein würdiges Leben zu führen? Ist es überhaupt möglich, diese Ungerechtigkeiten zu bekämpfen in einem System, das dazu angelegt ist, einigen Wenigen auf Kosten Vieler zu Macht und Reichtum zu verhelfen?
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Diejenigen Menschen, die mit Geld „arbeiten“ aka Geld aus Luft erzeugen, sind überzeugt, dass es richtig und notwendig ist, andere Menschen auszubeuten:
„I am not a person of despair, I am a person of hope, and I think that we have to tolerate the inequality as a way to achieving greater prosperity and opportunity for all.“
- Lord Brian Griffiths (Vize-Chairman, Goldman Sachs) (-ja, dieser Typ ist ein Lord…)
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Die Problematik ist durchaus nicht neu, doch sie wird Jahr um Jahr offensichtlicher, denn langsam beginnt klar zu werden, dass einfach etwas zu behaupten, es noch lange nicht wahr macht, denn uns gehen die Ressourcen (und auch der Mensch ist hier nur eine Ressource) zum Ausbeuten aus. Unsere Politik ist eine Farce. Bürokratie ist von der Kontrolle zwecks Gerechtigkeit zur Kontrolle entgegen Aufmüpfigkeit und Selbstständigkeit, zum Erhalt des Selbstzwecks mutiert. Politiker werden von Geld regiert und sorgen dafür, dass dies weiterhin so ist. Sie werden in Wahrheit erpresst und verkriechen sich feige hinter einer aufgesetzten Sprache. Ganz einfach, weil es – in der Regel, der Vollständigkeit halber an dieser Stelle erwähnt – profilneurotische Machtmenschen mit einem hohen Geltungsbedürfnis und einer Gabe für perverse Rhetorik sind.:
„Politische Sprache. ist derart geschaffen, um Lügen aufrichtig und Mord respektabel klingen zu lassen, und um bloßem Wind den Anschein von Festigkeit zu geben.“
- George Orwell
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Wer hält den Politiker in check, wenn dieser vom Wirtschaftsmagnaten erpresst wird, ihm Geld zu geben, damit diejenigen, die all die Arbeit tatsächlich verrichten, nicht plötzlich vor dem Ruin stehen, wenn sie ihre moderne Sklaverei-Arbeitsstelle verlieren, den genau dieser Wirtschaftsmagnat, gemeinsam mit Banken und Spekulanten durch ihre schmierigen, im höchsten Maße zerstörerischen und unmoralischen Machenschaften unter Zuhilfenahme genau des Geldes, das all die Menschen, die tatsächlich dafür gearbeitet haben, an Wert geschaffen und der durch das Drucken von Fiat-Geld solange weiter verwässert wird, bis diejenigen, die in den ärmsten Regionen der Welt vor sich hinsiechen, während die besser gestellten Armen der westlichen Welt mit Brot und Spielen abgelenkt werden, damit ihnen nicht bewusst wird, dass selbst sie nicht etwa „human“ behandelt sondern schlicht und ergreifend ausgebeutet werden?
