1960 beinhalteten grüne Bohnen 65mg Kalzium per 100g. 2017 waren es nur noch 48,5mg. Der Vitamin C-Gehalt betrug ehemals 19mg, wohingegen er heute nur noch 13.6mg beträgt. Wie kann das sein?
Seit vielen Jahren bilden wir Menschen uns immer wieder auf den verschiedensten Gebieten ein, dass wir genau wüssten, wie die Dinge funktionieren, wenn wir in Wahrheit nur einen kleinen Teil des Ganzen verstanden haben. Und vie zu schnell sind wir unserer selbst sicher und beginnen jedesmal aufs Neue den Versuch, Mutter Natur/das Universum/die Existenz auszutricksen und zu übervorteilen. Wir bilden uns ein, wir könnten sie manipulieren, wie wir unser Gegenüber und uns Selbst mit verdrehten Worten und Tatsachen manipulieren. Und ja, eine lange, lange Zeit hat das funktioniert. Vielen Menschen erscheint es heute sogar noch so, als würde das unbegrenzt weiterhin so funktionieren, aber sie täuschen sich. Wenn in einer Tasche nur 5 Bonbons sind, dann kann man nur 5 Bonbons herausholen. Auch, wenn man die Bonbons in kleinere Stücke zerteilt und sie ab jetzt die neue Standardgröße für Bonbons sind – es sind immernoch genau gleich viele Bonbons – und kein Politiker, kein Bürokrat, kein Millionär, kein Wissenschaftler und kein Reality-Star, kein „Law of attraction“ kann daran etwas ändern, egal wie oft wir das affirmieren.
Wir züchten. Seit langer Zeit schon. Doch vermehrt im letzten Jahrhundert sind wir gieriger geworden denn je. Das heißt, wir haben, mit Stolz wohlgemerkt, Pflanzen gezüchtet, die größer sind, weniger schnell gammeln und nicht so empfindlich gegen Druck sind, sodass wir sie maschinell, mit hohem Energieaufwand (fossiler Energie) aber geringer Körperkraft ernten und verarbeiten können. Höhere Erträge ist es, was wir uns einredeten, dass wir auf diese Weise generieren könnten. Das System austricksen, für uns benutzen, ausbeuten, zu Profit machen. Profit ist nur ein anderes Wort für Betrug. Irgendjemand wird nämlich immer betrogen, wenn man aus etwas versucht mehr zu machen, als da ist. Jeder einigermaßen klar denkende Mensch weiß eigentlich ganz genau, dass man nicht auf magische Weise etwas aus dem Nichts erschaffen kann. Auch Physiker wissen, dass etwas schon immer da war, ganz einfach, weil etwas da ist. Alle Energie und Materie, die wir nutzen, verbrauchen, umwandeln, muss irgendwo herkommen und irgendwo hingehen. Und so haben wir anstatt höherer Erträge nur einen Haufen unnötiger Energie aufgewendet und CO2 in die Luft abgegeben um gezielt äußerlich und oberflächlich gesehen größere, weniger empfindliche Früchte zu erschaffen, von denen wir mehr essen müssen, um ausreichend mit Nährstoffen versorgt zu sein. Tomaten sind übrigens am meisten betroffen: Kalzium -26%, Vitamin C -59%, Vitamin B1 57% – ja, es ist nicht nur ein Gefühl, dass Tomaten heutzutage nur noch nach Wasser schmecken…
Ich erkläre mal kurz, was passiert ist: Hybridzüchtungen sind das, was Hochleistungspflanzen (und auch Tiere, aber darum geht’s ja gerade nicht) sind. Aus zwei unterschiedlichen Pflanzen, die in verschiedenen Bereichen sehr gut „performen“ wird eine Mischpflanze gezüchtet, die von beiden Pflanzen „das Beste“ in sich vereinigen soll. Der Fokus liegt dabei im hauptsächlich im Gewicht, dann der äußerlichen Erscheinung und zu guter Letzt der Haltbarkeit (oder im Fall von zB. manchen Äpfeln – nach aussen scheinbaren Haltbarkeit…). Dabei werden unter anderem auch Pflanzen mit Mutationen verwendet, die nicht unbedingt gut für das erfolgreiche Überleben besagter Pflanze ist, aber einen vermeintlichen Vorteil bei der Hybridpflanze ergibt, zB. längere Haltbarkeit. Die verwendeten Pflanzen werden also nicht nach Geschmack oder Nährstoffen gezüchtet, sondern eben einfach nur, um sie nach Gewicht verkaufen zu können, selbst dann noch, wenn „normale“ Pflanzen schon längt vergammelt wären. -Selbstredend hat das einen Preis! Nicht nur die positiven Eigenschaften, sondern auch die negativen Eigenschaften werden an Hybriden vererbt. Wie ich bereits sagte: man kann Mutter Natur nicht austricksen, alles ist ein Geben und Nehmen und Profit ist Nehmen auf Kosten von jemand Anderen, der dafür bezahlt. Immer.
Ich will auf mehr als nur auf die Tatsache hinaus, dass unser Obst und Gemüse weniger Nährstoffe haben. Es begegnet mir überall die Oberflächlichkeit, mit der Menschen sich dem Züchten widmen – egal ob bei Tier oder Pflanze. Da wird nach Optik und Geschmack gezüchtet und Fokus auf völlig irrelevante Dinge gelegt, alles mit nur einem einzigen Ziel: Augenwischerei zum Zwecke des Profits. Tiere und Pflanzen dürfen meines Erachtens durchaus gezüchtet werden. Doch im Vordergrund sollte dabei zuerst die Gesundheit und die Sicherstellung des Überlebens, und zwar ohne unverhältnismäßig großen Aufwand, egal welcher Art, des Lebewesens stehen und dann kann man sich den Zweck ansehen, den das Individuum erfüllt. Pflanzen werden oftmals Nahrung sein, also sollten sie uns auch nähren – und infolgedessen Nährstoffe enthalten. Niemals sollte Ausbeutung/Cheaten aka Profit ein Grund sein, mit lebenden Wesen „zu spielen“ oder „herumzupfuschen“. Es ist unethisch. Sei es die zu kurze Schnauze oder die immense Legeleistung, belastende Mehrlingsgeburten, die Fähigkeit, von Innen zu verfaulen, keine Druckstellen zu bekommen usw. usw. Und im Fall von Nahrung ist es besonders dumm, denn immerhin sind wir auf sie angewiesen und bescheißen uns am Ende damit selbst…
