Man müsste meinen, dass, wenn jemand Medizin studiert, diese Person sowohl Interesse als auch das intellektuelle Vermögen hat, anderen Menschen mit dem erlangten Wissen zu helfen. Leider sprechen meine Erfahrungen aus 40+ Jahren dagegen. Zwar gibt es durchaus kompetente Ärzte und auch solche, die helfen wollen, doch meist handelt es sich um Spezialisten, mit denen man als normaler Mensch nur in seltenen Fällen überhaupt Kontakt hat (so in bewusstem Zustand). Ich gehe soweit zu vermuten, dass Apotheker heutzutage über mehr Kompetenz (oder zumindest Engagement) verfügen, als die meisten praktizierenden Ärzte. Heilpraktiker als Alternative? -Also wenn wir schon bei Wunderheilern landen, dann doch lieber welche, die wirklich eine Show liefern für mein Geld… Nein ernsthaft. Wo ist die gesunde Mitte? Wo sind die Personen, die einem bei einer Krankheit tatsächlich helfen, anstatt nur Steroide und Antibiotika und Schmerzmittel zu verschreiben, nachdem sie kurz im Katalog nachgeschlagen haben, was Schema F und welche Behandlung in dem Fall üblich ist? Wann ist es passiert, dass Ärzte sich nicht mehr für ihren Patienten interessieren? Seit wann ist es normal, dass Ärzte sogar die Worte des Patienten ignorieren und stattdessen davon ausgehen, dass, wenn das Schema F halt so ist, es dem Patienten genügen muss, mit den Symptomen weiterzuleben, bis es irgendwann Zeit für eine OP, also einen Spezialisten ist? Wozu brauchen wir denn dann noch Ärzte? Wozu bezahle ich denn jeden Monat Krankenkassenbeiträge? Wieso beschweren die sich – genauso wie die Ärzte – über zu wenig Geld, wenn ich doch sowieso jedes Medikament selbst bezahlen muss und auch jede Behandlung, die über Schema F, also warten und Nichtstun – nur eben mit Ansage vom Arzt – von mir selbst sowohl initiiert als auch finanziell übernommen werden muss?
Ich kann verstehen, dass Menschen sich abwenden, wenn der Arzt arrogant und ignorant nur noch vorgibt zuzuhören. Sanfte Farben und adrette Helferinnen und ein Hauch von Übermensch und geschwollenes Gerede – Schade, dass diese Selbstinszenierung offenbar Vorrang hat vor der Gesundheit der Menschen, die sich hilfesuchend an sie wenden. Nicht grundlos, Herr Doktor (und auch du, Frau Doktor, bist gemeint!). Nicht, weil Mensch sich so wichtig fühlt rennt er wegen jedem kleinen Wehweh zu ihnen, damit sie pusten und „heile, heile“ sagen. Nicht aus Langeweile geht man zu ihnen. Auch nicht aus Einsamkeit. Sie arroganter Snob interessieren sich nur für Patienten, die ihr Ego aufmotzen. Eine Schande ist das für den gesamten heilenden Berufszweig! Mitgefühl sollte ihre Direktive sein! Bei aller Fach-Faszination und all dem Größenwahn ist niemand ein Arzt, ein Heiler, der nicht zuallererst Mitgefühl und somit das Verlangen in sich empfindet, dem Gegenüber bei der Suche nach der Ursache für die gesundheitlichen Probleme und dem Versuch der Beseitigung derer, oder wenigstens doch der Linderung der Symptome und der Verbesserung der Lebensqualität zu helfen! Ihr seid wirklich eine Schande für all die großen Heiler vor euch, auf deren Forschungen und Erkenntnisse ihr euch stützt!
Wenn es nach euch geht, dann sehe ich zu, wie meine Schilddrüse schrumpft, bis sie völlig zerstört ist, chirurgisch entfernt wird und ich mein Leben lang auf Medikamente angewiesen bin und meine Lebensqualität noch beschissener und meine Lebenserwartung noch geringer ist. Dasselbe gilt für meine Hüftdysplasie. Erst wenn alles so am Arsch ist, dass ich nicht mehr kriechen kann, dann operiert ihr mir neue Gelenke hinein. Solange darf ich leiden und muss sehen, wie ich zurechtkomme! Und was ist mit meiner primären Immunerkrankung? Hauterkrankung? Autoimmunproblematik? Alles scheißegal, denn man macht nichts, bis sich nicht die Leber verabschiedet oder Krebs gebildet oder die Arthritis so weit fortgeschritten ist, dass man entweder operiert oder lebenslang Medikamente gibt, um die Werte in den Normalbereich zu schummeln! Verfluchte Scharlatane, ihr seid nicht besser als Esoteriker, ihr denkfaules Pack!
