3–5 Minuten

Soja und Mais beeinflussen den Hormonhaushalt und die Nährstoffaufnahme, bzw. machen dick. Auch bei Tieren, wenngleich nicht allen und auf dieselbe Weise. Soja und Mais sind jedoch billig. Beides ist in Bio-Futter vorhanden, sogar Gen-Mais und Gen-Soja, denn bis zu einem festgelegtem Prozentsatz erlaubt das der Gesetzgeber. Ich finde das geschummelt. Ich bin ausserdem gar kein Freund von billiger Nahrung, die nur dafür da ist, den täglich benötigten Kalorienbedarf zu decken und nur den Mindestanteil an Nährstoffen bereitzustellen. Protein ist nicht gleich Protein. Veganer werden mich vermutlich hassen dafür, wenn ich behaupte, dass ein Huhn besser mit Insekten als mit Soja als Proteinquelle versorgt werden sollte. Und der Mensch braucht Eier. Kein anderes Nahrungsmittel wird so gut vertagen und hat dabei so viele und wertvolle und sogar essentielle Nährstoffe in einem für den Menschen so günstigem Verhältnis und einer hochgradig effizienten Verpackung. Mensch isst Eier seit er dran kam, also immer schon. Synthetische Nährstoffe zu supplementieren ist meiner Überzeugung nach nicht nötig um bei aller Anteilnahme am Tierwohl seine eigene Gesundheit nicht zu vernachlässigen. Soja beeinflusst den Hormonhaushalt und die Aufnahme von Nährstoffen, wie ich schon schrieb. Je nach Individuum, versteht sich, aber dennoch. Schema F funktioniert nicht für jeden und sollte stets nur eine grobe Schablone zur schnellen Ersteinschätzung sein. So ist zB. für viele Menschen Soja oder Mais zu essen gar kein Problem. Auch dann nicht, wenn sie sich täglich davon ernähren. Sie sind jung, völlig gesund, das Immunsystem ist intakt, es gibt keine nennenswerten Allergien, sie sind nicht übergewichtig etc. Doch heutzutage passen eben viele Menschen nicht mehr in die Schablone dieses „gesunden Menschen“: Übergewicht, Allergien, hormonelle Probleme, chronische Krankheiten, Autoimmunprobleme usw. sind mittlerweile Norm und nehmen noch zu, während sich die Studien oft noch auf zum Teil veraltete Daten verlassen, anstatt nachzujustieren. Wenn ich selbst zB. nun also den Tieren zuliebe auf Fleisch und Eier verzichten würde, würde ich ausschließlich von Beeren, Pilzen und Nüssen leben, müsste allerdings massenhaft supplementieren um meine körperliche Verfassung nicht zu verschlechtern. Mit Eiern auf dem Speiseplan sieht die Sache gleich ganz anders aus.

Mais wiederum lässt Tiere schneller wachsen und größer werden, denn er hat haufenweise Kohlenhydrate in Form von Stärke. Er macht also in erster Linie dick (das tun andere Getreide- und Gemüsesorten zwar auch, jedoch wird nichts davon so billig produziert wie Mais und deshalb steckt der halt überall drin). Tiere werden also mit Mais gemästet, um sie so schnell wie möglich mit so wenig wie möglich auf ein Schlachtgewicht zu bringen, was ganz klar auf Kosten der Gesundheit und der Nährstoffe gehen muss. Ich bin deshalb der Meinung, dass, selbst wenn ab und an Soja und Mais ernährungstechnisch völlig klar gehen, sie keine Grundlage für ein gesunde und ausgewogene Ernährung darstellen. Weder für den Menschen, noch für’s Tier. Wenn ich jetzt mehr Nährstoffe im Huhn und im Ei haben will (als konventionell/bio), und damit eine bessere Versorgung des Huhns, des Kükens und letztlich auch mich – und damit ein gesünderes Leben, dann kann ich keine der üblichen Fertig-Futtermittel nutzen, da sie alle Mais und/oder Soja enthalten. Ob nun Bio oder nicht. Als Zufutter ab und an ok. Ein Huhn will ausserdem auch nicht jeden Tag dasselbe fressen. Und nicht jedes Huhn ist gleich. Geschlecht, Alter, die gesundheitliche Verfassung usw. spielen eine Rolle. Und immer wieder -selbstverständlich- der Boden, auf dem die Tiere ihr Futter suchen. Wer solche Faktoren ignoriert und seine romantisch „Freiland-Hühner“ oder „Bio-Hühner“ genannten Gefieder-Sklaven täglich nur das ewig gleiche, billig produzierte Futter hinwirft, um ihnen die körperlich hart erarbeiteten Eier abzuknöpfen, der ist kein Tierfreund, zumindest kein informierter, – egal wie stolz er auf „seine“ Legeleistung ist. Das spiegelt sich auch im Preis wieder. Ich ermutige jeden, der den Platz und ein wenig Zeit dazu hat, sich eine kleine Gruppe Zweinutzungshühner anzuschaffen um den eigenen Eierbedarf zu decken, denn das ist sowohl für die Tiere als auch für die eigene Gesundheit das Beste. Man weiß genau, was im Ei steckt und wie es den Tieren geht. Ohne Arbeitszeit und Extras kostet ein würdevolles Ei übrigens mindestens 50ct. Alles, was darunter ist, fehlt also direkt dem Tier selbst und nicht dem Menschen in der Tasche. Ich denke, das zeigt auf, wie es aktuell tatsächlich um unsere „Nutztiere“ steht.

Mais wird auf riesigen Flächen in Monokultur angebaut, oft sogar ohne Rotation, und zerstört so Boden und Umwelt. Mit Soja verhält es sich nicht besser: Wälder werden massenweise gerodet um Platz für Plantagen zu schaffen. Soja braucht eine Menge Wasser und verdichtet und zerstört den Boden. Selbst wenn nichts gegen diese Pflanzen als Hauptnahrungsmittel sprechen würde, die Tatsache, dass wir Menschen es damit wieder einmal übertreiben (sogar bis zur Überproduktion, um genau zu sein), führt dazu, dass es eigentlich unverantwortlich ist, diesen Missbrauch weiter zu unterstützen.

Avatar von Asmus Wieck

Published by