Unsere Böden werden leer. Tot. Wissenschaftlich erwiesen ist, dass unsere Nahrungsmittel von Ma(h)l zu Ma(h)l weniger Nährstoffe enthalten, dies zeigt zB. eine Studie der Universität Texas (https://www.scientificamerican.com/article/soil-depletion-aND-NUTRITION-LOSS/), die bereits 2004 im Journal of the American College of Nutrition veröffentlicht wurde. Die Züchterei, die darauf ausgelegt ist, immer längere Haltbarkeit und immer mehr Ertrag zu bringen, auch auf miesen Böden (denn die werden eben immer leerer, wenn man nur nimmt), hat dazu geführt, dass in unseren Lebensmitteln einfach nicht mehr drin ist, was mal drin war. Im übrigen gilt das auch für Eier, welche eine so verdammt wichtige Quelle für eine Vielzahl von Vitaminen sind! Woher sollen Nährstoffe kommen, wenn wir sie aus dem System nehmen, ohne etwas hinein zu geben? Von nix kommt halt nix. Und das rächt sich doch jetzt schon, indem wir alle quasi chronisch unterversorgt sind, was uns auf Dauer schwächt und chronisch krank macht.
Dass unsere Böden sterben ist unsere Schuld. (https://www.bbc.com/future/bespoke/follow-the-food/why-soil-is-disappearing-from-farms/) Wir haben ein bisschen was über biologische Zusammenhänge beobachtet und sind davon ausgegangen, dass wir mit etwas Technik und profitorientierter Wirtschaft mehr herausquetschen könnten, als da ist. Wir haben vergessen, dass nichts ewig währt. Wir haben den Respekt vor der Natur und der Existenz verloren. Wir haben angenommen, wir wären über sie hinaus gewachsen. Dem ist nicht so und wir werden eine mächtige Klatsche kriegen, die wir sowas von verdient haben, wenn wir uns weiterhin wie selbstgefällige verwöhnte Bälger benehmen, die davon ausgehen, dass ihnen alles automatisch zusteht, ohne nur einen Finger dafür krumm zu machen. Wenn wir uns aus dem System ausnehmen, weil wir glauben, wir wären so clever und überlegen, dann sind wir selbst Schuld, wenn es uns nicht mehr trägt. Wir haben nur einen Bruchteil verstanden, einen winzigen Teil davon, wie komplex alles zusammenhängt und miteinander verwoben ist. Und wie ein paar „Scipt-Kiddies“ matschen wir jetzt mit dem Code rum, ohne zu verstehen, was wir tun.
Landwirtschaft ist kein Job für Dummköpfe. Oder sollte es nicht sein. Der Bauer, der keine Ahnung von Naturwissenschaften hat, ist kein guter Kandidat um Land zu bewirtschaften. Trecker fahren und eine Mistgabel heben zu können macht noch keinen Bauern aus. Zumindest keinen guten. Den Spruch „Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln“ verstehe ich so, dass der Ertrag bei konventioneller Landwirtschaft, die den Boden ausraubt um viele große Früchte zu produzieren, sich in der Qualität wiederspiegelt. Was habe ich schon für fade schmeckende Tomaten gegessen, die so riesig waren, dass es kaum fassbar ist! Der Gehalt an Nährstoffen darin hält sich aber in Grenzen, denn die Dinger sind so gezüchtet, dass sie groß sind. Was drin ist, hat niemand bedacht. Sie sollen auf kargen Böden wachsen, nicht viel Arbeit machen und große Erträge bringen. Nicht viele Nährstoffe. Nicht der Inhalt zählt, nur die Größe, Lagerfähigkeit, Resistenz bzw. Genügsamkeit. Das ist definitiv nicht, was uns satt macht. Wir müssen ja schießlich mehr davon essen, um diesselbe Menge an Nährstoffen zu bekommen – da stimmt ja was nicht.
Regenerative Landwirtschaft ist meiner Meinung nach unumgänglich. Nur abwechslungsreiche, artenreiche Systeme können dauerhaft qualitativ hochwertige Nahrung liefern. Alles Andere zwingt uns dazu uns in der Zukunft mit synthetisch hergestellten Nährstoffen zusätzlich zu versorgen, um bei normaler Gesundheit zu bleiben. Der Körper braucht, was er braucht. Und das sind nicht nur Kalorien. Wenn wir mehr essen müssen, um unseren Bedarf an Nährstoffen zu decken, weil wir zu Produkten aus konventioneller Landwirtschaft greifen, dann hebt das den Effekt von „mehr produziert“ ja irgendwie auf, nicht wahr? Und wenn wir fett werden, weil wir versuchen die uns fehlenden Nährstoffe mit mehr Essen zu kompensieren, dann ist es nicht nur unzureichend sondern wird sogar schädlich.
Wir ficken uns ins eigene Knie und wundern uns, warum’s weh anstatt gut tut…
