Wenn es eine Eigenschaft gibt, die mich beschreibt, dann würde das vermutlich „unbequem“ sein. Ich frage und hinterfrage, analysiere 24/7 und finde Muster und Ursachen und erarbeite Lösungen und Verbesserungen auf eigene Faust. Das tue ich, seit ich atme. Ununterbrochen. Heutzutage nennt man das offenbar Autismus, aber lassen wir das beiseite. Ich bin unbequem, weil ich nicht die kleinste Sache einfach als „gegeben“ akzeptieren kann. Ich bin unbequem, weil ich Autorität, Kompetenzen und Traditionen in Frage stelle und ich nicht (auch nicht emotional) bestechlich bin.

Ich überprüfe also gründlich und hochgradig selbstkritisch was ich tue, dann beobachte ich, werte aus und ggf. justiere ich nach – und benutze dabei kreativ, was ich finden und verwenden kann. Alles, vom Aufstehen am Morgen bis zum Zubettgehen am Abend, erledige ich auf diese Weise. Und wenngleich andere Menschen für mich eine Programmiersprache sprechen, die ich nicht entschlüsseln kann, da sie mir hochgradig willkürlich erscheint, die logische und strukturierte Weise, in der ich die Dinge des Lebens bearbeite sorgt dafür, dass ich quasi nicht scheitern kann. In meiner Welt exisiteren zwar Fehler, aber das sind Fehler in der Herangehensweise, wenn man zB. nicht schonungslos ehrlich sich selbst gegenüber ist oder auch Partei gegen sich ergreift und sein Ergebnis somit verfälscht. Fehler, aus denen man lernt, sind keine Fehler sondern evolutionäre Schritte zum bestmöglichen Ergebnis. Und hier ist wiederum das Ziel, nie nur einen Status Quo zu halten!

Die Natur ist uns Vorbild darin, sich stetig weiter zu entwickeln. Gelingt das nicht mehr führt dies zu Stagnation und letzlich zu Verfall. Und wenngleich auch diese Dinge ihre Berechtigung und Notwendigkeit haben, so wünschen wir ja uns wohl doch zumeist, dass es so spät wie nur irgendmöglich zu diesem Punkt kommt.

Was nun die Sieghexe anbelangt, da bin ich mir sicher. Ich wünsche, dieses Leben zu leben. Ich werde bestimmt Vieles überarbeiten und verbessern und nochmal überarbeiten müssen. Doch da ich in der Situation bin, dass ich weder einen Kreditgeber im Nacken habe, noch dass ich ausschließlich von der Sieghexe leben muss, kann hier auch finanziell kein „Fehler“ passieren. Ich bin weder ein emotionaler Idealist, der sich in eine Idee vom schönen Utopia verrennt noch habe ich es eilig große Profite zu erzielen. Sieghexe ist einfach nur die Art, wie ich mein Leben leben will.

Wie kann es ein Misserfolg sein, ein Fehler, so zu leben, wie man möchte?

Avatar von Asmus Wieck

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