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Rehe und andere Fluchttiere, wie Pferde und Rinder, können schlechter/anders räumlich sehen als wir Menschen, weil ihre Augen seitlich am Kopf sind. Sie haben vor sich einen toten Winkel und müssen deshalb erst abwägen, wo sie hinspringen müssen, wenn sie über ein Hinderniss wollen (Kopf abwechseln nach links und rechts drehen zum Abwägen, weil die Tiefenwahrnehmung nicht so gut klappt aufgrund der Lage der Augen – kann man beobachten). Es ist für sie also leichter über einen hohen Zaun zu springen als über ein Objekt mit Tiefe. Und genau das nutzen wir bei unserem 3D-Zaun aus.

Der Zaun ist genau genommen ein Doppelzaun, bei dem beide Zäune in bestimmten Abstand parallell zueinander montiert sind. In unserem Fall sind es knapp 2 Meter Abstand zwischen den Zäunen. Unser Doppelzaun ist etwa 1.5m hoch.

Die Rehe müssen sich nun erst langsam nähern und genau abschätzen, wie hoch und wie weit sie springen müssen, um nicht dazwischen gefangen zu sein. In der Regel erachten sie die Mühe als es als nicht wert. Lediglich wenn sie sonst keine Nahrung finden, wird ein Reh es auf sich nehmen, sich dieser Gefahr auszusetzen.

Den inneren Teil des Doppelzaunes nutzen wir für die Hähne: Die sammeln am Waldrand die Insekten und angewehte Samen ab, knabbern an wuchernden Pflanzen und halten den Boden 2 Meter breit „von Unkraut sauber“ und dürfen ansonsten einfach nur cool aussehen und Hähne sein. Doch das geht natürlich erst, wenn wir übernachten dürfen und ich aufpassen kann, dass alles glatt läuft, sie sich gut einleben und sicher in und wieder aus den Stall gehen.

(Nachtrag: Im Winter wurde der 3D-Zaun zerstört, als ein schwerer Ast vom benachbarten Wald auf ihn fiel. Fazit: Das Teil funktioniert gut, solange nichts drauf fällt..)

Avatar von Asmus Wieck

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